Saloni 2019: Wir waren dabei!

Veröffentlicht am 1. Mai 2019

Und wieder einmal war es soweit: Der Saloni stand vor der Tür. Vom 8. – 14.04.2019 fanden sich wieder etliche Designinteressierte in Mailand ein. Entweder auf dem Saloni, der internationalen Möbelmesse schlechthin oder aber in diversen Design Districten in der Mailänder Innenstadt. Auch ich war vor Ort – meine Eindrücke gibt es hier!

Wie jedes Jahr besuchte auch ich die Fierra Milano mit einer gewissen Neugierde. Ich habe jedes Mal den Eindruck, als würde die Messe immer voller werden. Dieses Jahr empfand ich, dass die Messe ganz besonders viele Besucher angezogen hatte.

Ich besuchte zuerst die Firmen, die ich soweit schon betreue und sie schon seit geraumer Zeit mit Designs versorge.

Ganz besonders fiel mir auf, dass wie jedes Jahr ein gewisser Druck nach Außen strahlt. Der Druck, zu begeistern und etwas Neues zu zeigen. Einige Firmen gehen den Weg, alte Entwürfe von früheren Designern neu aufleben zu lassen, oder sie komplett als Neuheit zu präsentieren.

Wiederrum einige Firmen hatten in komplett neue Ansätze investiert um somit ihre Kunden für die Zukunft zu rüsten. Die wahnsinnigen Kilometer und die unzähligen Schritte, die man auf dieser Messe hinterlegt haben sich aber gelohnt. Auch ich habe einige neue Auftraggeber an Land ziehen können und komme mit viel Arbeit nach Wien zurück. 😉

Mir fiel auf, dass sich immer mehr Firmen aus ihrem bisherigen Dasein heraus getraut haben und immer mehr an Farben gewagt haben. Farben, wie man Sie sonst nur vom Mexikaner oder vom Spanier kennt.

Mein liebstes Wort zur Zeit heißt Nachhaltigkeit. Ich sah immer mehr Firmen, die auf nachhaltige Produktion gesetzt hatten. Schöne pastellige Farben waren der Hingucker. Ganz besonders viel zu sehen gab es auf dem Stand von Giorgetti, die nun wirklich Meister Ihrer Klasse sind, was das arbeiten mit Holz angeht. Diese Firma ist einfach der Wahnsinn.
Auf dem Stand von DESEDE traf ich einen Designer Kollegen Hugo de Ruiter, der mir sein sehr bekanntes und wunderschönes Sofa DS 164 zeigte.

Es gibt nicht viele Firmen, die so präzise mit dem Material Leder umgehen können und dabei noch schöne Möbel herstellen.

Ich bemerkte aber auch, dass sich viele etwas trauten, nämlich das erweiterte Farbspiel bestimmter Möbel. War es eine Harmonie, oder einfach der Schrei um Aufmerksamkeit? Ich denke es war beides.

Mit Farben muss man umgehen können. Und mit Kundenwünschen auch. Nur so erschafft man Möbel, die auch gekauft werden und lange Zeit begeistern.
Ich habe leider auch viel „unverkäufliches“ Design gesehen.

Ist das noch wirtschaftlich, wenn man Möbel sieht, die einfach wie ein Kunstwerk wirken? Ich persönlich denke hier sehr wirtschaftlich und an Kunden, die nicht so ein dickes Portemonnaie haben um sich Möbel, die mehr einem Kunstwerk gleichen, leisten zu können. Ich finde jeder Mensch sollte einmal in den Genuss kommen, sich ein Designerstück leisten zu können.

Viele Menschen suchen für ihr Zuhause das kleine Fünkchen Glück: ein ausgewähltes Designerstück als Hingucker oder besondere Möbel, die sie lange nutzen möchten. Ich finde wir Designer haben genau diese Verantwortung, unsere Firmen mit einem gewissen Ernst zu vertreten und dafür zu sorgen, das die Produkte auch gekauft werden.

Man konnte erkennen, das Italien genau diesen Weg eingeschlagen hat und noch viel mehr.

Deshalb hat diese Messe dieses Jahr mir ganz besonders viel Spaß gemacht, denn viele Firmen waren sehr offen für neues, verkaufbares Design.